AGFW fp-wert bei Nahwärmeversorgung

Allgemeine Fragen zur EnEV und zu den Nachweisen der KfW
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Leonardo
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AGFW fp-wert bei Nahwärmeversorgung

#1 Beitrag von Leonardo »

Hallo,

Ein Wohnstraße mit rund 20 MFH (ca. 400Whg) wird mittels Heizwerk über eine Nahwärmeversorgung beheizt.
Die Heizanlage wird zu rund 82% mit Holzhackschnitzeln und etwa 18% mit Erdgas zur Spitzenlastabdeckung versorgt.
Da hier keine reine regenerative Fernwärmeversorgung vorliegt, darf ich den Primärenergiefaktor von 0,1 nicht verwenden sondern müsste den Wert für fossile Brennstoffe von 1,3 ansetzen.
Um dieses zu Vermeiden haben wir den Betreiber der Anlage aufgefordert diese nach AGFW zertifizieren lassen. Das Gutachten liegt mir zwischenzeitlich vor und weist einen Wert von 0,54 aus.
Dieser Wert weicht aber deutlich von dem eigentlich realistischen Wert von 0,32 ab (82% x 0,1 + 18% x 1,3) wenn ich rein theoretisch zwei Wärmequellen/Fernwärmeanschlüsse ansetzen würde. Einen regenerativen Anschluss (fp=0,1)der 82% der Wärme liefert und einen fossilen Anschluss (fp=1,3) mit 18% . Leider darf ich zwischenzeitlich so nicht mehr rechnen.

Grund des vergleichbar schlechten Wertes im AGFW-Gutachten ist, dass der Wert für Holz mit einem Wert von fp=0,2 verwendet wird der in diesem Fall doppelt so hoch ist wie der Wert für regenerative Fernwärme. In einem Gutachten des Bundesbauministeriums von 2012 ist für Hackschnitzel ein fp-Wert von 0,1 genannt mit der Empfehlung diesen Wert für eine zukünftige Überarbeitung der EnEV bzw. DIN V 18599 zu verwenden. Seitdem wurde die EnEV mehrfach überarbeitet, der Wert wurde aber nicht übernommen.
Anscheinend rechnet aber auch die AGFW immer noch mit dem Wert 0,2 für Holz!
Kennt jemand eine Regelung oder etwas vergleichbares das ich dem AGFW-Gutachter nennen könnte damit der bessere Wert für Hackschnitzel verwendet werden darf?

Gruß Leonardo

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